10 gründe, um den landkreis Lääne zu besuchen

1. Der Landkreis Lääne – ein Paradies für Vogelbeobachter
Entlang der Westküste Estlands verläuft die Wanderroute der in der Arktis nistenden Vögel. Im Landkreis Lääne befindet sich das international bekannteste und eines der größten europäischen Vogelschutzgebiete – der Nationalpark Matsalu. In jedem Frühling und Herbst ziehen dort hunderttausende Wasservögel durch, von denen viele Matsalu auch als Brutplatz nutzen. Im Vorfrühling machen in der Bucht Matsalu tausende Pfeif-, Sing- und Höckerschwäne Station, auf den Küstenwiesen kommen Gänse, mehrere Arten von Regenpfeiferartigen und riesengroße Schwärme von Weißwangengänsen zusammen, um sich zu stärken. Wer Geduld und eine gute Optik hat, kann auch eine sehr schöne und in Estland seltene Rothalsgans entdecken.

Fotos: tuulingu.ee / Sven Olof Ahlgren

2. Schöne Strände und Beerenwälder des nördlichen Teils des Landkreises Lääne
 Im nördlichen Teil des Landkreises Lääne, bei Nõva und Noarootsi, gibt es mehrere Kilometer lange Sandstrände, an denen man sich angenehm einrichten und ungestört den Sommer genießen kann. Die Strände von Nõva sind wegen ihres singenden Sandes berühmt. Wenn Sie sich nicht mehr am Strand sonnen möchten, können Sie eine Wanderung in den umgebenden Wald unternehmen, der reich an Beeren und Pilzen ist.

Fotos: Sven Začek / Hele Otti

3. Osmussaar
Osmussaar (Odensholm) ist eine Insel, die sowohl für Vogelbeobachter, Geschichtsenthusiasten, Naturfreunde, als auch für einfache Touristen interessant ist. Auch Taucher können hier einiges für sich finden, da im Nordosten von der Insel sich Estlands größter und ältester Meteoritenkrater Neugrund befindet und in den Küstengewässern der Inseln gibt es mehrere Schiffwracks. Diese kleine Insel hat eine reiche küstenschwedische und militärische Geschichte. Für die Erhaltung der geologischen Objekte, der Vogelwelt und der Geschichte wurde das Landschaftsschutzgebiet Osmussaar geformt. Die Fläche der Insel beträgt 483 Hektare, die Länge 4,6 und breite 1,3 km, der Küstenstreifen ist 14 km lang und der höchste Punkt über dem Meeresspiegel beträgt 8,2 m. 

Fotos: osmussaar.ee

4. Insel Vormsi
Die viertgrößte Insel Estlands erhielt ihren Namen nach dem schwedischen Namen Ormsö – Wurminsel. Historisch war Vormsi von den Küstenschweden bewohnt, während der sowjetischen Okkupation war die Insel Sperrgebiet, wo man nicht einfach aus Neugier hingeraten konnte. Das wichtigste Geschichts- und Kulturdenkmal der Insel ist die St. Olai-Kirche zu Vormsi, auf dem Friedhof neben der Kirche gibt es eine der weltgrößten erhalten gebliebenen Kollektionen von Keltenkreuzen aus Kalk- und Sandstein. Das Landschaftsschutzgebiet der Insel Vormsi birgt eine artenreiche Natur in sich, natürliche und halbnatürliche Landschaften und Lebensgemeinschaften sowie ein reichhaltiges Kulturerbe. Die Vogelgebiete von internationaler Bedeutung an der Küste von Vormsi – die Buchten Hullo und Sviby sowie die Meerenge Hari kurk (Moon-Sund) mit den Küstenwiesen und Inselchen – sind als ein Forschungsgebiet der Englischen Königlichen Vogelschutzgesellschaft ausgezeichnet worden.

Fotos: vormsi.ee

5. Mittelalterliche kirchen
Die einschiffigen Kirchen des Kreises Lääne gehören zu den ältesten in Estland, die meisten davon wurden im 13.-14. Jahrhundert erbaut. Als Baumaterial der Kirchen wurde hiesiger Kalkstein verwendet und in mehreren Kirchen sind Spuren von mittelalterlichen Wandgemälden zu sehen. In den Kirchen und Kirchgärten zu Ridala, Karuse und Hanila gibt es hingegen unikale trapezförmige Grabplatten, über deren Alter die Kunsthistoriker noch nicht ganz miteinander übereingekommen sind.

Fotos: Vormsi / Ridala 

6. Militärgeschichte
Als Gebiet an der Grenze war ein recht großer Teil des Kreises Lääne in der Sowjetzeit Grenzzone, wohin man nur mit einer entsprechenden Erlaubnis gelangte. Vielerorts wurden im Kreis Lääne in der Sowjetzeit Militärstützpunkte errichtet, von denen viele heute nicht mehr genutzt werden und verfallen. Die größten davon sind der Flugplatz von Kiltsi, der von der Landstraße Haapsalu-Rohuküla sichtbar ist, und eine im Wald Piirsalu verborgene Raketenabschussbasis.

Fotos: Visit Estonia

7. Vielfältige Natur
Der Norden von Läänemaa ist berühmt für seine Sandstrände und Kiefernwälder, ein bisschen von der Küste entfernt befinden sich sumpfige Gebiete und im Süden von Läänemaa der Nationalpark Matsalu, mit Küsten- und Auenwiesen, Alvaren, Wacholdern, Wäldern und Röhricht. Um die Natur besser kennen zu lernen sind etliche Wanderwege errichtet worden und die Aussicht kann von dem Aussichtsturm genossen werden.

Fotos: Lääne-Nigula vald / Roosta Puhkeküla / Hele Otti

8. Eisstraßen
In kälteren Wintern ist das seichte Küstenmeer vereist und dann kann man in der Umgebung von Haapsalu mit dem Auto auf dem Eis des Meeres fahrend eine unikale Erfahrung machen. Die Eisstraßen von Haapsalu nach Noarootsi und von Rohuküla nach Vormsi sind nicht nur für Abenteurer gedacht, die Extremes genießen, sondern diese sind für hiesige Bewohner lebenswichtig. So verkürzt die über die Haapsaluer Bucht Tagalaht verlaufende Noarootsi-Eisstraße den Weg der Bewohner von Noarootsi ins Kreiszentrum um mehrere Dutzend Kilometer und die Vormsi-Eisstraße gibt den Bewohnern von Vormsi die Freiheit, unabhängig vom Fahrplan der Fähre das Festland zu erreichen.

Fotos: Arvo Tarmula / Hele Otti

9. Schmackhaftes Essen
Wie es in einem am Meer gelegenen Ort üblich ist, haben die Einwohner von Läänemaa immer viel Fisch gegessen, aber auch Tierhaltung und Gemüseanbau wurden betrieben. Das Benutzen von örtlichen Rohmaterials wird in den Cafés und Restaurants immer populärer und Speisen aus örtlichen Läänemaa Zutaten kann man neben Haapsalu auch in anderen Orten von Läänemaa genießen.

Fotos: Hapsal Dietrich

10. Auf den Spuren der Küstenschweden
Die Estlandschweden oder Küstenschweden haben mehr als einhundert Jahre an der nordwestlichen und der nördlichen Küste Estlands sowie auf den westlichen Inseln wie Vormsi (deutsch Worms, schwedisch Ormsö), Osmussaar (deutsch Odinsholm, schwedisch Odensholm) und Noarootsi (Nuckö) gewohnt. Die Küstenschweden blieben wegen ihrer isolierten Ortschaften, Privilegien und der Sprachbarriere für viele Jahrhunderte eine ziemlich geschlossene Gemeinschaft, in der sich eine eigenartige Sprache und Kultur bildeten. Während des Zweiten Weltkrieges waren die meisten Estlandschweden gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und nach Schweden zu flüchten. Heute beschäftigen sich mehrere Einrichtungen und Vereine mit der Bewahrung der Kontinuität der küstenschwedischen Kultur, wobei diese die Sprache lehren und alte Bräuche sowie angewandte Kunst vorstellen.