Geschichte

Die Geschichte des Landkreises Lääne beginnt in der Steinzeit, als sich die ersten Menschen nach dem Zurückweichen des Meeres auf dem erhobenen Land ansiedelten. Spannend sind die Steinsarggräber in Kaseküla und die Steinsetzungsgräber in Kõmsi und Poanse. Die Stellen der altertümlichen Wallburgen in Vatla, Kullamaa und der Berg Hallimägi in Palivere wirken ebenso vornehm.

Vermutlich im 13. Jahrhundert bevölkerten die Schweden das dünn besiedelte Küstengebiet und die Inseln – bei Noarootsi, auf Osmussaar und Vormsi sind bis heute schwedischsprachige Ortsnamen erhalten geblieben und es gibt Spuren von der eigenartigen Kultur der Küstenschweden, die sich in der geschlossenen Gemeinschaft ausgeprägt hat. Die nationale Gruppe der Estlandschweden flüchtete im Zweiten Weltkrieg von Estland nach Schweden.

Als eine der Blütezeiten des Landkreises Lääne kann man das Mittelalter nennen, als die hiesigen Gebiete zum Bistum Ösel-Wiek gehörten. Das erste Zentrum des Bistums befand sich in Lihula, wo die Burgruinen bis heute zu sehen sind. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde das Zentrum aber nach Haapsalu (Hapsal) verlegt, von wo das Bistum fast 300 Jahre lang regiert wurde. Zu dieser Zeit wurde in Haapsalu direkt mit Rom und vielen anderen damaligen europäischen Zentren verkehrt.

Die Bischofsburg Haapsalu ist bis heute die größte erhalten gebliebene Burg Estlands.

An das Mittelalter erinnern auch die für den Landkreis Lääne charakteristischen einschiffigen Kirchen aus Kalkstein, die meistens im 13.-14. Jahrhundert erbaut wurden.

Aus Gutszeiten stammen im Landkreis Lääne mehrere verschiedenartige Gutsgebäude, von archaischen, eher an ein großes Bauernhaus erinnernden Hauptgebäuden des Gutshofs wie Keskvere bis hin zu großen und prächtigen wie Suure-Lähtru, Vatla und Lihula.

Obwohl die erste Volksschule im Landkreis Lääne schon in der Mitte des 17. Jahrhunderts gegründet wurde, ist das Kultur- und Bildungsleben unter den hiesigen Bewohnern eher im Schatten der reicheren estnischen Gebiete geblieben. Der Landkreis Lääne war im 19. Jahrhundert eine arme und zurückgebliebene Gegend, in der keine Großindustrie entstand und das steinige und schlechte Ackerland begünstigte auch nicht den Ackerbau. Deshalb fanden hier verschiedene religiöse Bewegungen einen günstigen Nährboden – es entstanden freie Kirchengemeinden und es wurde die erste baptistische Kirchgemeinde Estlands gegründet. Das nationale Erwachen und die Gründung von Gesangs- und Spielvereinen erreichten den Landkreis Lääne später als die anderen Gebiete. Ungeachtet dessen stammen aus dem Kreis Lääne mehrere namhafte estnische Teilnehmer am Kulturleben, beispielsweise die Komponisten Rudolf Tobias und Cyrillus Kreek, der Künstler Ants Laikmaa und viele andere.

Einen Aufschwung brachte im 19. Jahrhundert das Auftreten von Haapsalu als Kurstadt und die am Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Eisenbahn.

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