10 Gründe, um den Landkreis Lääne zu besuchen

  1. Der Landkreis Lääne – ein Paradies für Vogelbeobachter

Entlang der Westküste Estlands verläuft die Wanderroute der in der Arktis nistenden Vögel. Im Landkreis Lääne befindet sich das international bekannteste und eines der größten europäischen Vogelschutzgebiete – der Nationalpark Matsalu. In jedem Frühling und Herbst ziehen dort hunderttausende Wasservögel durch, von denen viele Matsalu auch als Brutplatz nutzen. Im Vorfrühling machen in der Bucht Matsalu tausende Pfeif-, Sing- und Höckerschwäne Station, auf den Küstenwiesen kommen Gänse, mehrere Arten von Regenpfeiferartigen und riesengroße Schwärme von Weißwangengänsen zusammen, um sich zu stärken. Wer Geduld und eine gute Optik hat, kann auch eine sehr schöne und in Estland seltene Rothalsgans entdecken.

 

  1. Schöne Strände und Beerenwälder des nördlichen Teils des Landkreises Lääne

Im nördlichen Teil des Landkreises Lääne, bei Nõva und Noarootsi, gibt es mehrere Kilometer lange Sandstrände, an denen man sich angenehm einrichten und ungestört den Sommer genießen kann. Die Strände von Nõva sind wegen ihres singenden Sandes berühmt.
Wenn Sie sich nicht mehr am Strand sonnen möchten, können Sie eine Wanderung in den umgebenden Wald unternehmen, der reich an Beeren und Pilzen ist.

 

  1. Der am meisten geschützte Landkreis Estlands

Der Landkreis Lääne unterscheidet sich von anderen estnischen Landkreisen durch seine einmalige Natur. Ein großer Teil der Natur des Kreises Lääne ist auf die eine oder andere Weise geschützt, größere Aufmerksamkeit wird den Küstengebieten und den nicht durch das menschliche Handeln verdorbenen Moorlandschaften zugewandt. Insgesamt stehen 23% des Landkreises unter Schutz. Unter 13 Schutzgebieten ist der im Jahr 1957 gegründete Nationalpark Matsalu mit seinem Vogelparadies und den Wanderwegen das größte und bekannteste. Auf der Gehölzwiese Laelatu wurden auf einer Fläche von einem Quadratmeter 76 Gefäßpflanzenarten gezählt. Die vielfältige Landschaft des Landschaftsschutzgebiets Osmussaar bietet versumpfte Buchten, Strandwälle aus Geröll, Alvare, die Steilküste, Küstenwiesen, breitblättrigen Wald und Wacholderbüsche.

 

  1. Auf den Spuren der Küstenschweden

Die Estlandschweden oder Küstenschweden haben mehr als einhundert Jahre an der nordwestlichen und der nördlichen Küste Estlands sowie auf den westlichen Inseln wie Vormsi (deutsch Worms, schwedisch Ormsö), Osmussaar (deutsch Odinsholm, schwedisch Odensholm) und Noarootsi (Nuckö) gewohnt. Die Küstenschweden blieben wegen ihrer isolierten Ortschaften, Privilegien und der Sprachbarriere für viele Jahrhunderte eine ziemlich geschlossene Gemeinschaft, in der sich eine eigenartige Sprache und Kultur bildeten. Während des Zweiten Weltkrieges waren die meisten Estlandschweden gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und nach Schweden zu flüchten. Heute beschäftigen sich mehrere Einrichtungen und Vereine mit der Bewahrung der Kontinuität der küstenschwedischen Kultur, wobei diese die Sprache lehren und alte Bräuche sowie angewandte Kunst vorstellen.

 

  1. Insel Vormsi

Die viertgrößte Insel Estlands erhielt ihren Namen nach dem schwedischen Namen Ormsö – Wurminsel. Historisch war Vormsi von den Küstenschweden bewohnt, während der sowjetischen Okkupation war die Insel Sperrgebiet, wo man nicht einfach aus Neugier hingeraten konnte. Das wichtigste Geschichts- und Kulturdenkmal der Insel ist die St. Olai-Kirche zu Vormsi, auf dem Friedhof neben der Kirche gibt es eine der weltgrößten erhalten gebliebenen Kollektionen von Keltenkreuzen aus Kalk- und Sandstein. Das Landschaftsschutzgebiet der Insel Vormsi birgt eine artenreiche Natur in sich, natürliche und halbnatürliche Landschaften und Lebensgemeinschaften sowie ein reichhaltiges Kulturerbe. Die Vogelgebiete von internationaler Bedeutung an der Küste von Vormsi – die Buchten Hullo und Sviby sowie die Meerenge Hari kurk (Moon-Sund) mit den Küstenwiesen und Inselchen – sind als ein Forschungsgebiet der Englischen Königlichen Vogelschutzgesellschaft ausgezeichnet worden.

 

  1. Mittelalterliche Kirchen

Die einschiffigen Kirchen des Kreises Lääne gehören zu den ältesten in Estland, die meisten davon wurden im 13.-14. Jahrhundert erbaut. Als Baumaterial der Kirchen wurde hiesiger Kalkstein verwendet und in mehreren Kirchen sind Spuren von mittelalterlichen Wandgemälden zu sehen. In den Kirchen und Kirchgärten zu Ridala, Karuse und Hanila gibt es hingegen unikale trapezförmige Grabplatten, über deren Alter die Kunsthistoriker noch nicht ganz miteinander übereingekommen sind.

 

  1. Militärgeschichte

Als Gebiet an der Grenze war ein recht großer Teil des Kreises Lääne in der Sowjetzeit Grenzzone, wohin man nur mit einer entsprechenden Erlaubnis gelangte. Vielerorts wurden im Kreis Lääne in der Sowjetzeit Militärstützpunkte errichtet, von denen viele heute nicht mehr genutzt werden und verfallen. Die größten davon sind der Flugplatz von Kiltsi, der von der Landstraße Haapsalu-Rohuküla sichtbar ist, und eine im Wald Piirsalu verborgene Raketenabschussbasis.

 

  1. Das Tor zu den Inseln

Wenn Sie den Wunsch haben loszufahren, um die größten Inseln Estlands zu entdecken, müssen Sie zuerst den Landkreis Lääne besuchen. Vom Hafen Virtsu im südlichen Teil des Landkreises Lääne fährt ein Fährschiff auf die Inseln Muhu und Saaremaa, vom Hafen Rohuküla in der Nähe von Haapsalu erreichen Sie die Inseln Hiiumaa und Vormsi.

 

  1. Eisstraßen

In kälteren Wintern ist das seichte Küstenmeer vereist und dann kann man in der Umgebung von Haapsalu mit dem Auto auf dem Eis des Meeres fahrend eine unikale Erfahrung machen. Die Eisstraßen von Haapsalu nach Noarootsi und von Rohuküla nach Vormsi sind nicht nur für Abenteurer gedacht, die Extremes genießen, sondern diese sind für hiesige Bewohner lebenswichtig. So verkürzt die über die Haapsaluer Bucht Tagalaht verlaufende Noarootsi-Eisstraße den Weg der Bewohner von Noarootsi ins Kreiszentrum um mehrere Dutzend Kilometer und die Vormsi-Eisstraße gibt den Bewohnern von Vormsi die Freiheit, unabhängig vom Fahrplan der Fähre das Festland zu erreichen.

 

  1. Blumenstickerei

Trachtenröcke und Teppiche im südlichen Teil des Landkreises Lääne sind mit wunderschönen prächtigen Blumenstickereien verziert. Nach der Meinung der Textilhistoriker ist die Blumenstickerei des Kreises Lääne sogar älter als die berühmte Muhu-Stickerei und die Frauen von Muhu haben gerade von den Bewohnern des Kreises Lääne erlernt, ihre Kleidung mit diesen Stickereien zu verschönern.
Im Museum Hanila gibt es eine der besten Textilkollektionen unter den kleinen estnischen Museen, wo man einen guten Überblick über die Handarbeitsfähigkeiten der Frauen des Kreises Lääne bekommen kann.

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