Spaziergang in Haapsalu

6 km

Beginnen Sie Ihren Spaziergang an der Bischofsburg Haapsalu, welche eine der am besten erhaltenen Burgen in Estland ist. Vom Ende des 13. Jahrhunderts bis zum Jahr 1559 befand sich hier das Zentrum des Bistums Ösel-Wiek. Der Burghof ist von einer 803 m langen Ringmauer umgeben, die ältesten Teile der Burg sind die in den 1270er Jahren fertig gestellte kleine Burg und die Domkirche mit sehr guter Akustik.

Im Fenster der Taufkapelle der Kirche erscheint in den Vollmondnächten im August eine Frauengestalt – die Weiße Dame. Der Legende nach wurde die Weiße Dame als Mädchen in die Kapellenmauer eingemauert, da sie gegen das Klostergesetz verstoßen hatte. Vom Uhrturm der Burg aus eröffnet sich die beste Aussicht auf Haapsalu und die Umgebung. In der Burg sind ein Museumskomplex und ein Außencafé untergebracht, der Besuchermagnet im Hof ist der in einem großen Wallgraben gelegene Kinderpark mit mittelalterlich inspirierten Spielattraktionen.

Wenn Sie von der Bischofsburg durch das Gartentor in Richtung der Vaba-Straße spazieren, erreichen Sie den Park oder den Grafengarten. Der Platz vor der Burg war einmal der Marktplatz der Stadt, von wo die ältesten Straßen der Stadt ihren Anfang nehmen. Am Marktplatz sehen Sie das im 18. Jahrhundert erbaute Rathaus der Stadt, in dem das Museum des Landkreises Lääne (Läänemaa-Museum) untergebracht ist.

Hinter dem Museum ist die Stadtkirche von Haapsalu – die Jaanikirche – sichtbar. Die im 15. Jahrhundert aus einem Warenspeicher umgebaute Kirche unterscheidet sich von anderen durch ihre Ausrichtung auf der Nord-Süd-Achse. In der Einrichtung der Kirche sind der 5 m hohe Steinaltar und die hölzerne Kanzel bemerkenswert.

Neben dem Museum des Landkreises Lääne in der Kooli-Straße befindet sich Ilons Wunderland. Ilon Wikland wurde bekannt mit ihren Illustrationen für mehr als 30 Bücher Astrid Lindgrens. Ilons Wunderland ist ein davon inspiriertes Familienzentrum, in dem Sie die Kindheit inmitten von schönen Bildern, spannenden Spielen, Abenteuern und Büchern entdecken können. Die Künstlerin war in ihrer Kindheit oft in Haapsalu bei ihren Großeltern, 1944 ging sie mit 14 Jahren nach Schweden.

Vom Rathaus setzen Sie Ihren Spaziergang entlang der Linda-Straße fort. An der Kreuzung der Straßen Linda und Rüütli war einmal das Deutsche Tor der Stadtmauer, ebenso steht dort das Petershaus, eines der ältesten hölzernen Wohnhäuser in Haapsalu. In diesem Haus habe 1715 der russische Zar Peter I. übernachtet, mit diesem Besuch sind mehrere Legenden verbunden. Entlang des meerseitigen Randes der Rüütli-Straße verlief im Mittelalter die Stadtmauer Haapsalus, die während des Livländischen Krieges zerstört wurde.

An der Linda-Straße lohnt es sich außerdem die Maria-Magdalena-Kirche anzusehen, bei deren Einweihung Alexandra Fjodorowna, die Frau von Kaiser Nikolai I. mit dem Thronerben Alexander anwesend war, der 1855 Kaiser Alexander II. wurde. Das auf dem Grundstück der apostolischen orthodoxen Kirche stehende kleine gelbe Haus war hingegen das Kindheitshaus Ilon Wiklands.

Etwas weiter in Richtung des Meeres erreichen Sie den in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtetenen Spazierweg – die Promenade, deren historischer Namen die Große Promenade, die Allee der Romanows, die J. Poska-Allee und die Allee des 21. Juni gewesen sind. Die Promenade, die bis zum Zweiten Weltkrieg das Sommerurlaubszentrum Haapsalus war, beginnt mit dem am Anfang des 20. Jahrhunderts gegründeten Badestrand – dem Afrika-Strand. Vom am Afrika-Strand stehenden Vogelturm aus eröffnet sich eine malerische Aussicht sowohl auf die Haapsaluer Bucht Tagalaht als auch die Altstadt. Im Frühling und im Herbst ist dieser Ort ein Paradies für Vogelbeobachter.

An der Promenade stehen das vom Bildhauer Roman Haavamägi geschaffene Denkmal für Estlands ersten professionellen Komponisten Rudolf Tobias und eine Sonnenuhr vom selben Autor. An der Promenade befinden sich das Sommerrestaurant „Kuursaal“ und die Musikmuschel. Der 1898 fertig gestellte Kursaal mit hölzernem Spitzenmuster dient noch heute als Restaurant und Konzertort.

In der Nähe des Kursaals steht das Denkmal für Carl Abraham Hunnius, den Gründer des Kurorts Haapsalu. Hunnius, der als Kreisarzt arbeitete, entdeckte als erster, dass die Einheimischen zur Linderung ihrer Gesundheitsprobleme Meeresschlamm benutzen, und begann die Eigenschaften des Schlammes wissenschaftlich zu erforschen. 1825 wurde unter seiner Initiative in Haapsalu die erste Moorbadeanstalt gegründet.

Die Promenade geht in die Schokoladen-Promenade über (das ist der historische Name des Ortes, heute trägt dieser Teil der Promenade den Namen P. Tschaikowski-Allee), die an der Bank zum Andenken an den Komponisten Pjotr Tschaikowski endet. Im Sommer 1867, als er in Haapsalu seinen Urlaub verbrachte, genoss er an dieser Stelle den Sonnenaufgang.

Diese Gedenkbank steht neben dem Neurologischen Rehabilitationszentrum von Haapsalu. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich eine der Gesundheitszentren Haapsalus – das Spa Hotel Laine. Vor dem Gesundheitszentrum, am Ufer des Väike Viik, steht „Der Stockbrecher“, eine Skulptur von Juhan Raudsepp, die einen in Haapsalu genesenen Patienten darstellt, der seinen nun nutzlos geworden Stock zerbricht.

Wenn Sie entlang der Sadama-Straße weiter gehen, kommen Sie an einem ehemaligen Sanatoriumsgebäude vorbei und erreichen ganz am Ende der Straße das Museum der Küstenschweden. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Haapsalu die Hauptstadt der Küstenschweden. Bei sommerlichem Wetter und falls Sie Zeit haben, gehen Sie entlang der Straßen Kaluri und Holmi weiter in Richtung der Jachthäfen Haapsalus – Grand Holm Marina und Veskiviigi – oder baden Sie am Strand Vasikaholm.

Zurück am Väike-Viik setzen Sie Ihren Spaziergang entlang dem Spazierweg am Gewässer fort. Am gegenüberliegenden Ufer des Väike-Viik ist das Denkmal des Komponisten Cyrillus Kreek zu sehen, das vor seinem ehemaligen Wohnhaus steht. Am Ufer des Väike-Viik kommen Sie am Denkmal für Bernhard Laipman vorbei. Laipman war bei den Unruhen im Jahre 1905 der Anführer der Bauern bei den Auseinandersetzungen mit den Gutsbesitzern und wurde aus diesem Grunde zum Tode verurteilt.

Vom Väike-Viik gehen Sie über die Ehte-Straße zur Wiedemanni-Straße, die ihren Namen nach dem Sprachwissenschaftler Ferdinand Johann Wiedemann bekam, der dort gelebt hatte. An derselben Straße steht auch das Gebäude der Kreisschule Haapsalu, wo sich heute eine Kinderbibliothek befindet. Am Gebäude befindet sich die Gedenktafel für Alexander Gortschakow, dem russischen Außenminister und Staatskanzler, der 1798 dort geboren worden sein soll.

Weiter geht es vorbei am Gebäude des koedukativen Gymnasiums von Läänemaa, in dem schon seit 200 Jahren unterrichtet wird. Der älteste, an der Kalda-Straße gelegene Teil der Schule wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut, der neueste, an der Wiedemanni-Straße gelegene, im Jahre 1928. Vor einigen Jahren bekam das Schulgebäude einen Anbau – einen Sportsaal, der als eine der modernsten Sportanlagen der Stadt gilt.

Am Ende der Straße begegnet dem Besucher wieder das Meer. Der Spaziergang führt weiter entlang der Straße Õhtu Kallas oder dem Weg für den nicht-motorisierten Verkehr auf dem Eisenbahndamm. Am Ufer liegen ein Park, der nach dem Dichter Ernst Enno benannt wurde, der einmal in Haapsalu gewohnt hatte, und sein Denkmal. Beide Wege führen zu einer Perle von Haapsalu – zum Bahnhof. Das im Jahre 1907 fertig gestellte erstklassige Gebäude wurde zum Empfang der russischen Zarenfamilie errichtet und hatte damals den längsten überdachten Bahnsteig Nordeuropas (216 m). Im Bahnhof befindet sich das Estnische Eisenbahnmuseum, außen lohnt es sich, die alten Lokomotiven anzusehen.

Bei Wunsch können Sie vom Bahnhof aus in den Wald Paralepa und zum Strand Paralepa spazieren, an dem das Thalasso Spa Hotel Fra Mare liegt. Im Parkwald finden Sie Gesundheitspfade und einen Fahrradweg, welcher bis zum Hafen Rohuküla führt. Wenn Sie eine noch längere Wanderung oder eine Radtour unternehmen möchten, nehmen Sie Kurs auf den Läänemaa-Gesundheitsweg, welcher vor dem Bahnhof beginnt. Die für Fußgänger und Fahrradfahrer gedachte Strecke auf dem Eisenbahndamm Riisipere-Haapsalu-Rohuküla ist 60 Kilometer lang.

Vom Bahnhof aus entlang der Jaama-Straße gelangt man zurück in das heutige Stadtzentrum. Die Hauptstraße heißt am Anfang Posti, in Richtung Altstadt wird sie zur Karja-Straße. Am Ende der Straße befinden sich der Schwedische Markt und der Marktplatz, dort nehmen die ältesten Straßen Haapsalus – die Straßen Kooli, Jaani und Linda – ihren Anfang.

An der Karja-Straße finden Kunstinteressenten verschiedene Galerien und Künstlerateliers wie das Evald Okas-Museum, die Galerie und das Café von Epp Maria Kokamägi, die Stadtgalerie, die Galerie Kuke, die Galerie der Kunstschule, die Handwerksstube Ehte und das Museum des Haapsalu-Schals. Hier finden Sie angenehme Cafés wie das Café Müüriääre und viele andere.

Beachten Sie:

Besuchen Sie auf jeden Fall das Touristeninformationszentrum Haapsalu unter der Adresse Karja 15, um mehr Informationen über die Stadt und den ganzen Landkreis Lääne zu erhalten.

Sie müssten 3-4 Stunden einplanen, um diesen ganzen Spaziergang zu absolvieren. Wenn Sie aber auch die Ausstellungen der Museen und der Galerien genießen, in einem Café oder einem Restaurant sitzen oder den Strand Paralepa besuchen möchten, planen Sie in jedem Fall ein paar Tage ein.

Haapsalu können Sie auch perfekt kennen lernen, wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind.

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