Nõva-Noarootsi-Haapsalu

100 km

Das im nördlichen Teil des Landkreises Lääne gelegene Nõva mit Kiefernwäldern, singendem Sand und schönen Stränden ist ein beliebter Ort bei den Natururlaubern. Nõva ist stolz auf seine kleine hölzerne St. Olai-Kirche, deren Ausmaße nur 6x7 m betragen. Das Küstendorf Nõva wurde einst von Schweden besiedelt und das Innere der Kirche erinnert an eine von Gotland. Wenn Sie im Kirchgarten spazieren, besichtigen Sie die dortigen eisernen Kreuze. Die von hiesigen Schmieden angefertigten Kreuze sind alle einzigartig. Bei der Fahrt von Nõva in Richtung Variku besuchen Sie den sich vor 4500 Jahren vom Meer losgelösten See Veskijärv, dessen Fläche 205 ha und die größte Tiefe 3 m betragen. Der See ist von bis zu 10 m hohen, in der Sommersonne brennend heißen Sandhängen umgeben, in der Sandgrube lebt die seltene Kreuzkröte.

3 km von Nõva liegen Peraküla und das Bauernhofmuseum Põlluotsa, welches das Landleben vor einem Jahrhundert vorstellt. In Peraküla kann man Informationen über sommerliche Erholungsmöglichkeiten von der Informationsstelle des Erholungsgebiets des RMK (Zentrum für die Bewirtschaftung des Staatswaldes) in Nõva erhalten. In der Nähe von Peraküla beginnt ein Kopfsteinweg aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, welcher zum See Allikjärv oder Tantsujärv und von dort weiter bis zum Strand Liivase führt. Das Gebiet in der Nähe von Nõva, an den Buchten Keibu und Liivase, wird für einen der besten Sandstrände Estlands gehalten. Die 15 kleinen und seichten Küstenseen im Umfeld von Peraküla sind von 5 m hohen Dünen umgeben, in den Seen wachsen die weiße Wasserrose und die seltene Binsenschneide.

Wenn Sie von Nõva in Richtung Dirhami fahren, gelangen sie nach Noarootsi. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren über 60% der Einwohner Schweden, erhalten blieben schwedische Dorfnamen. Westlich von Dirhami befindet sich die alte Strandbatterie, im Osten ist die Landzunge Põõsaspea – der nordwestlichste Punkt des estnischen Festlandes – zu sehen. Dort gibt es für Schock-Touristen einen aus der Sowjetzeit stammenden Platz für Ortungsgeräte, ein Militärgebiet und viele große Granit- und Bretscha-Findlinge. Põõsaspea ist einer der besten Orte für die Vogelbeobachtung, über die Landzunge verläuft eine wichtige Wanderroute der arktischen Wasservögel. Von hier aus eröffnet sich ein Blick auf die Insel Osmussaar und den Meteoritenkrater Neugrund, welcher ca. 10 km nördlich im Meer liegt. Die Meteoritenexplosion fand wahrscheinlich vor 475 Millionen Jahren statt und aus der infolge der Explosion in die Höhe geschleuderten Menge an Gesteinen stammen vermutlich auch die an der nordwestlichen Küste Estlands befindlichen Bretscha-Findlinge.

Osmussaar wurde zunächst durch Estlandschweden besiedelt, die die Insel verlassen sollten, als dort eine Raketenabschussbasis der Sowjetunion errichtet wurde. Auf der Insel gibt es bis heute mächtige unterirdische Verteidigungsanlagen. Sehenswert sind der Leuchtturm und die Ruinen der Steinkapelle. Das Landschaftsschutzgebiet Osmussaar hat eine eigenartige, bis zu 8 m hohe Steilküste, erhalten geblieben sind Küstenwiesen, die größten mit Strandgeröll bedeckten Flächen Estlands im südwestlichen und südöstlichen Teil der Insel sowie Gneis-Bretschas. Eine Fahrt auf die Insel Osmussaar können Sie vom Hafen Dirhami mit einem vorbestellten Boot unternehmen.

Wenn Sie von Dirhami entlang der Küstenlinie weiterfahren, kommen Sie im Dorf Rooslepa an, wo sich der Friedhof Rooslepa mit einer Kapelle und einem Glockenturm befindet. Die Kapelle Rooslepa war eine der drei Hilfskirchen der Kirchgemeinde Noarootsi und wurde in der ursprünglichen Form wieder hergestellt. In der Nähe befinden sich der wunderschöne Strand Elbiku und das Feriendorf Roosta, wo man sich erholen und essen kann.

Weiter von Roosta gehen Sie am aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gutshaus Riguldi und am alten Fischerdorf Luksi vorbei. Von dort eröffnet sich eine schöne Aussicht auf das Meer. Danach erreichen Sie das Dorf Aulepa.

Wenn Sie von der Kreuzung Aulepa geradeaus gehen, führt der Weg in Richtung Sutlepa und Linnamäe. Der Wegweiser verlockt aber, in Richtung der Halbinsel Noarootsi und Pürksi abzubiegen. Bald ist der Weg von beiden Seiten vom Röhricht (Atland), einem niedrigen Gebiet zwischen der Halbinsel und dem Festland umgeben. Noarootsi war ursprünglich eine Insel, die während der Zeit des Erhebens der Erde mit dem Festland zusammenwuchs. Peter I. sei noch Anfang des 18. Jahrhunderts mit seiner Flotte nach alten Landkarten zwischen dem Festland und der Insel durchgesegelt. Besichtigen Sie auch die spätgotische Katharinenkirche in Noarootsi. Das Kirchengebäude mit Wänden aus Kalkstein und Feldsteinen erfüllte im Mittelalter auch die Aufgaben einer Wehrkirche, die schwedische Königsfamilie hat die Kirche besucht. Auf der anderen Straßenseite gegenüber der Kirche steht das älteste Holzbauwerk im Landkreis Lääne, das Pastorat Noarootsi aus dem 17. Jahrhundert. Das Gymnasium Noarootsi im Zentrum Pürksi ist im ältesten Gebäude von Pürksi – im Gutshof Pürksi aus dem 19. Jahrhundert – untergebracht. Vor dem Zweiten Weltkrieg war im Gutshof die Volksuniversität Pürksi tätig, an der die estlandschwedische Jugend Kenntnisse über Haushalt und Ackerbau erwarb.

Im Dorf Saare befinden sich der Gutshof Saare und das Museum Lyckholm. Die Gutsgebäude wurden im 18. - 19. Jahrhundert erbaut und von Baron Gustav Friedrich von Rosen wieder hergestellt. Das im Pferdestall des Gutshofs geöffnete Museum stellt die Geschichte des Dorfes Saare vor. Zu den Exponaten gehören ehemalige Feldgeräte, handwerkliches Zubehör und Haushaltswaren, die vom hiesigen Volk gespendet wurden. Das Gebiet ist wegen der Laichplätze für Fische, der Küstenwiesen, fast 206 Vogelarten, darunter seltene See- und Fischadler sowie dem Schwarzstorch wertvoll.

Vor der Ortschaft Linnamäe befindet sich das größte Karstgebiet des Kreises Lääne – Salajõe, in dessen Infiltrationsgebiet der 12 km lange Fluss Salajõgi in die Karsttrichter verschwindet. Im Sommer sieht man den Fluss fast gar nicht, aber bei Hochwasser überschwemmt der Fluss die ganze Gegend und reicht bis zur Landstraße.

Von Linnamäe in Richtung Haapsalu befindet sich an der Straße die 1927 erbaute Umspannstation Linnamäe. Im Dorf Saunja im Naturschutzgebiet Silma befinden sich ein Vogelbeobachtungsturm, ein Zentrum für die Ausbildung im Bereich Natur und ein Wanderweg. Hier kann man viele Zugvögel sehen und dies ist wegen der Wassertiere ein unikaler Ort.

Auf der Landstraße Tallinn-Haapsalu führt bald nach Taebla ein Wegweiser ins Dorf Kadarpiku, ins Hausmuseum von Ants Laikmaa, einem der bekanntesten estnischen Kunstmaler. Der Künstler hat dort ein in Estland einzigartiges Künstlerhaus im nationalromantischen Stil gebaut, zu dem auch ein 7 ha großer schutzbedürftiger Park gehört.

Beachten Sie: Besuchen Sie vor der Fahrt das Touristeninformationszentrum Haapsalu unter der Adresse Karja 15. Sie müssten 4-5 Stunden einplanen, um die Route zu absolvieren. Wenn Sie aber Museen besuchen oder auf dem Wanderweg laufen, planen Sie den ganzen Tag ein. Beachten Sie, dass es in Nõva keine Tankstellen gibt, die nächsten befinden sich in Padise und Linnamäe.

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