Haapsalu-Rohuküla-Vormsi

55 km

Gehen Sie über Haapsalu in Richtung des Bahnhofs und Rohuküla. Besuchen sie auch den Strand Paralepa, den Strand mit dem wärmsten Meerwasser Estlands.

Vom Strand und dem Wald führt der Weg nach Pullapää. Als der beliebteste Ort für Ausflüge unter den Badegästen und den Zarenfamilien wurde der Reiz dieses Naturparks mit abwechslungsreicher Landschaft schon im 19. Jahrhundert entdeckt.

Wenn Sie entlang der großen Landstraße in Richtung Rohuküla fahren, finden Sie tolle Erlebnisse auf dem Flugplatz von Kiltsi, der bis zum Zerfall der Sowjetunion als Militärflughafen und Radarstation für MIG-Jagdflugzeuge benutzt wurde. Hier gab es 28 Flugzeughangars aus Beton und die Flugbahnen waren fast 3 Kilometer lang. Alle Besucher sollten im Armeestädtchen vorsichtig sein und aufgrund der Einsturzgefahr nicht in den Trümmern herumklettern.

An der Landstraße sind die Ruinen des Schlosses Ungru bemerkenswert, mit dessen Bau Graf Ewald von Ungern-Sternberg im Jahre 1893 begann. Einer Legende nach hat die Geliebte des Grafen versprochen, ihn zu heiraten, wenn der Graf ihr das gleiche Schloss wie in Merseburg in Deutschland baut. Diese Ehe verwirklichte sich aber nie…

Der vor dem Ersten Weltkrieg als Militärhafen gegründete Hafen Rohuküla ist heute ein moderner Hafen für Fähren und Jachten. Wenn sie Zeit haben und schwimmen oder übernachten möchten, lohnt es sich die Dörfer Topu, Tooraku und Kiviküla an der Küste zu besuchen.

Eine Dreiviertelstunde Schifffahrt und Sie erreichen die Insel Vormsi. Die viertgrößte Insel Estlands (93 km2) wurde 1391 erstmals schriftlich erwähnt. Vormsi (deutsch Worms, schwedisch Ormsö) erhielt den Namen nach dem isländischen Wikinger Orm („Wurm”). Bis 1944 waren die Ureinwohner auf Vormsi die Küstenschweden, 1938 wohnten auf der Insel fast 2600 Bewohner, von denen die meisten während des Zweiten Weltkrieges die Insel verließen. Zurzeit leben auf der Insel ca. 400 Einwohner.

Vormsi ist größtenteils bewaldet, oft trifft man Elche und Wildschweine. Die fast 100 km lange Küstenlinie ist gegliedert – die langen Halbinseln wechseln sich mit tiefen Buchten ab, im Westen der Insel sind Alvare und Wacholderbüsche charakteristisch, der östliche Teil ist seichter und sumpfiger. Als Ergebnis der traditionellen Landwirtschaft sind Küstenweiden, Gehölzwiesen und mehrere gefährdete Pflanzenarten erhalten geblieben.

Die meisten Wege der Insel sind kiesbedeckt und zusammen bilden sie eine 8 – die Ostrunde und die Westrunde kreuzen sich im Inselzentrum Hullo.

Am Hafen gibt es in der Sommerzeit einen Zeltplatz und einen Fahrrad- und Bootsverleih. In der Nähe beginnt der 3 km lange Wanderweg Sviby-Rumpo. Vom Hafen erreichen Sie das Dorf Sviby, welches sich von anderen Dörfern auf Vormsi durch die größere Entfernung der Häuser voneinander unterscheidet. Das Dorf brannte zweimal und deshalb wurde es auch feuersicherer wieder aufgebaut.

Von Sviby aus nehmen Sie die Ostrunde. Dortige Dörfer sind besser erhalten und hier finden Sie für die Insel typische Häuser mit Glasbalkonen. Gehen sie durch Söderby und kurz vor dem Dorf Norrby biegt der Weg zum im Jahre 1935 erbauten Leuchtturm Norrby ab. Über die Meerenge Voosi Kurk kann man die Halbinsel Noarootsi besichtigen. Weiter führt der Weg zum Dorf und zur Halbinsel Diby, auf der es eine eigenartige Landschaft und viele seltene Orchideenarten gibt. Als nächstes erreichen sie das Dorf Rälby – das historische Haufendorf mit einem eigenartigen Straßennetz war das reichste Dorf von Vormsi. Dort können Sie auch eine Windmühle von Vormsi besichtigen.

An der Kreuzung der Ost- und Westrunde steht die wichtigste Sehenswürdigkeit der Insel – die aus dem 14. Jahrhundert stammende St. Olai-Kirche. Nach der Flucht der Schweden von der Insel während des Zweiten Weltkriegs stand die Kirche für eine lange Zeit leer und wurde geplündert. 1990 wurde sie restauriert und wieder eingeweiht. Der Friedhof Vormsi, der neben dem Kirchgarten liegt, hat die meisten Keltenkreuze in der ganzen Welt – mehr als 300 sind erhalten geblieben. Im Kirchgarten gibt es zwei Gedenksteine: Für den estnischschwedischen Staatsmann und Kulturschaffenden Hans Pöhl und für den im Jahr 1873 aus Schweden gekommenen Missionar Österblom, der im geistigen und religiösen Leben der Insel tiefgreifende Veränderungen brachte. Am Tor des Kirchgartens steht eine der wenigen Freiheitssäulen in Estland, die während der ganzen Sowjetzeit an ihrer Stelle stand. Diesen Feldstein mit einer schwedischsprachigen Schrift hielten die Vertreter der neuen Macht nicht für eine Gedenksäule der im Freiheitskrieg Gefallenen und so blieb sie auch unzerstört.

Von der Kirche geht es weiter auf die Westrunde. Sie kommen nach Kärrslätt, einem der ältesten Dörfer der Insel, und dann nach Saxby, wo sich der älteste Leuchtturm an der estnischen Küste befindet, der aus gusseisernen Teilen zusammengefügt wurde.

Im Wald zwischen Förby und Suuremõisa befindet sich das Korallenriff Hoitberg, das aus der Eiszeit stammt. In Suuremõisa befinden sich die Ruinen eines ehemaligen Gutshofs und die Überreste eines alten Parks. Wenn Sie von Suuremõisa in Richtung Rumpo fahren, liegt links der Straße Prestviken, einer der zwei Seen auf Vormsi, die mit Schilf bewachsen sind.

Wenn Sie an der größten Kreuzung der Insel angekommen sind, können Sie sich zurück nach Hullo begeben oder auf die Halbinsel Rumpo abbiegen. Mit dem Auto darf man nicht an die Spitze von Rumpo fahren, die Gegend ist ein Pflanzenschutzgebiet und ein Nist- und Aufenthaltsgebiet für Vögel. Auf der Halbinsel wachsen seltene Kapuzenflechte und Isländisches Moos. In Rumpo finden Sie mehrere Ferienhöfe zur Übernachtung.

Im Zentrum der Insel, in Hullo, finden Sie eine Schule, ein Geschäft und viele Unterkünfte. Am Volkshaus beginnt ein Waldweg zum Baronstein, dies ist ein Findlingsblock, deren deutschsprachige Schrift auf den letzten Baron von Vormsi hinweist. Wenn Sie von Rumpo nach Hullo fahren, sehen Sie auf der rechten Seite der Straße die Ruinen einer im Jahre 1889 erbauten russisch orthodoxen Kirche. Mit dieser Kirchgemeinde waren Johann Spuhl Rotalia, Vorsteller von Kenntnissen im Bereich Gartenbau, und der Vater des Komponisten Cyrillus Kreek – Konstantin – verbunden. Die Gräber der beiden Personen liegen auf dem ehemaligen orthodoxen Friedhof hinter der Schule.

Früher wurde Hullo in zwei Teile gegliedert – in die Seite der hiesigen Bewohner und die der Urlaubsgäste. Auf der Seite der Urlaubsgäste standen die in den 1930er Jahren erbauten Pensionen an der Straße, in denen die meisten Urlauber aus Schweden kommende Schweden waren. Links der Straße steht das 1938 vom Abstinenzverein erbaute Gebäude, welches als Volkshaus Anwendung fand.

Besuchen Sie auf jeden Fall das Touristeninformationszentrum Haapsalu unter der Adresse Karja 15, um mehr Informationen über die Insel und den Fährverkehr zu erhalten. Am besten ist es Vormsi mit dem Fahrrad zu erkunden. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte wissen, dass es auf der Insel keine Tankstellen gibt. Außerdem sollte man Bargeld mitnehmen. Die Reise nimmt sicher einen oder ein paar Tage Zeit in Anspruch.

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